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Transkription Definition

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Transkription: Definition, Transkriptionsregeln und Beispiele

Der Begriff Transkription begegnet einem immer mal wieder. Manche haben vielleicht schon einmal von Transkriptionen in der Biologie gehört. Anderen ist der Begriff im Studium bei Transkriptionen von qualitativen Interviews schon einmal über den Weg gelaufen.

Transkription leitet sich vom lateinischen Begriff „transcribere“ ab, das so viel wie „abschreiben“ oder „umschreiben“ bedeutet. Transkription ist also etwas Abgeschriebenes oder Umgeschriebenes. Im Folgenden erklären wir genau, wie der Begriff Transkription in der Wirtschaft und Wissenschaft verwendet wird. Dazu stellen wir die wichtigsten Transkriptionsregeln vor und zeigen ein Transkriptionsbeispiel.

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Transkription: Definition

Wer nach der Definition „Transkription“ sucht, findet Antworten aus den Bereichen Linguistik und Biologie.

Transkription bedeutet gemeinhin die Verschriftlichung des gesprochenen Wortes. Eine Person schreibt dabei das Gehörte auf ein Blatt Papier oder mittels eines Computers auf. Transkriptionen können live stattfinden oder zeitversetzt über die Aufnahme mit einem Diktiergerät oder einer Software.

Gut zu wissen:
In der Biologie steht Transkription für einen Vorgang während der Genexpression. Nach dieser Definition werden erst durch Transkription und Translation Gene zu Proteinen umgewandelt, die der Körper für den Stoffwechsel benötigt. Die biologische Transkription ist der erste Schritt der Proteinbiosynthese, bei dem eine Abschrift der DNA zu mRNA (messenger RNA) „umgeschrieben“ wird. Daraufhin wird während der Translation die mRNA über die tRNA (transfer RNA) in ein Protein „übersetzt“.

Transkriptionen: Hier kommen sie zur Anwendung

    • Protokollführer transkribieren bei Verhandlungen im Gerichtssaal das Gesagte.
    • Ein medizinischer Schreiber erstellt u.a. Transkripte der Begegnungen eines Arztes mit einem Patienten.
    • Universitäten führen große qualitative Studien durch und benötigen Transkripte der geführten Interviews, um diese später codieren und auswerten zu können.
    • Marktforschungsunternehmen halten Gruppendiskussionen über ein neues Produkt, lassen davon Transkripte erstellen und präsentieren die Ergebnisse dann ihrem Kunden.

Die Entwicklung der digitalen Spracherkennung hat in den letzten Jahren viele Fortschritte gemacht. Transkripte zu erstellen ist aber auch heute noch echte Handarbeit und lässt sich schwer durch Software ersetzen.

Spracherkennungssoftware ist im Gegensatz zum menschlichen Ohr nicht dazu in der Lage, Dialekte, Durcheinanderreden oder Störgeräusche korrekt zu erkennen

Transkriptionsregeln: Diese Regelwerke gibt es

Grundsätzlich kann jeder Transkripte erstellen und Gesagtes niederschreiben. Sollen die Transkripte jedoch später codiert, analysiert und ausgewertet werden, ist ein einheitliches Format zur besseren Vergleichbarkeit notwendig.

Je nach Zweck der Transkription gibt es verschiedene Regelwerke, die ein Grundgerüst für ein einheitliches Transkript bilden. Dabei werden grundsätzlich zwei Kategorien unterschieden:

transkription-definition Regelwerk

Transkriptionsregeln nach Dresing und Pehl: Fokus auf dem Inhalt

Die Diplom-Pädagogen Dr. Thorsten Dresing und Thorsten Pehl haben 2011 erstmals ein Praxisbuch zur einheitlichen Transkription veröffentlicht. Die inhaltlich semantischen Transkriptionsregeln nach Dresing und Pehl sind seitdem zum Branchenstandard für alle Transkripte avanciert, bei denen der Inhalt, also was gesagt wird, im Vordergrund steht.

Die Regeln nach Dresing und Pehl sind sowohl in der Wirtschaft, als auch in der Wissenschaft und im Studium die meist genutzten.

Transkription: Beispiel

 

Charakteristisch für dieses Regelwerk ist der Pragmatismus in der Herangehensweise. Bei den inhaltlich-semantischen Regeln wird Wort-für-Wort transkribiert. Das heißt, besondere Betonungen, Pausen oder andere nonverbale Merkmale werden nicht im Text markiert.

Wenn es sich bei den befragten Personen nicht um geübte Sprecher handelt, enthält das Gesprochene in den meisten Fällen viele halbfertige Sätze oder angefangene Wörter. Gemäß der inhaltlich-semantischen Regeln werden diese Wortabbrüche und Satzabbrüche nicht mit transkribiert. 

Ebenso werden eventuelle Dialekte oder Stottern zur besseren Vergleichbarkeit der Transkripte gekürzt. Fülllaute wie  „ähm“ und Pausen werden nicht niedergeschrieben. 

Der Fokus liegt darauf, was gesagt wird.

Transkription Beispiel – inhaltlich semantische Regeln nach Dresing und Pehl

In manchen Situationen, wie zum Beispiel bei Therapie-Sitzungen in der Psychologie, müssen Gesprächsprotokolle verfasst werden. Hierbei liegt der Fokus immer noch auf dem Inhalt des Gesprächs. 

Es ist aber auch wichtig, ob während des Sprechens Besonderheiten festzustellen sind. Dazu zählen Gefühlsausdrücke wie Lachen, Weinen oder eine zitternde Stimme. Auch Pausen, Wortfindungsprobleme oder die Verwendung vieler Fülllaute können wichtige Hinweise für die Auswertung des Gesprächs geben. 

Daher gibt es die erweiterten inhaltlich-semantischen Regeln nach Dresing und Pehl, bei denen zusätzlich Pausen, Stottern, Wort- und Satzabbrüche, Fülllaute und Betonungen aufgenommen werden. Diese behindern aber nicht den Lesefluss.

Der Fokus liegt darauf, wie etwas gesagt wird.

Transkription_Beispiel_erweiterte_Regeln

Transkription Beispiel – erweiterte inhaltlich semantische Regeln nach Dresing und Pehl

Transkripte: Zeitmarken geben Orientierung

Unter Zeitmarken versteht man Zeitstempel im Transkript, die ein einfaches Finden von Textstellen in der Originalaufnahme ermöglichen. Zeitmarken haben das Format #00:00:00-0#, also Stunde-Minute-Sekunde-Zehntelsekunde. Die einheitliche und standardisierte Formatierung ist notwendig, um Transkripte in ein Analyseprogramm wie z.B. MAXQDA importieren zu können.

Zeitmarken werden am Ende eines Absatzes bzw. Sprechereinsatzes gesetzt. Ebenso wird an unverständlichen Stellen eine Zeitmarke gesetzt, sofern innerhalb von 60 Sekunden keine weitere Zeitmarke gesetzt wurde.

 

GAT 2 Transkription: Fokus auf der Sprache

Bei dem gesprächsanalytischen Transkriptionssystem, kurz GAT, liegt der Fokus auf der Frage, wie etwas gesagt wurde. Es wurde 1998 von einem Team aus Linguisten entwickelt und 2009 zum System GAT 2 überarbeitet.

Es wird zwischen drei Regelwerken unterschieden: Minimaltranskript, Basistranskript und Feintranskript. Die drei Regelwerke differenzieren sich in der Feinheit der GAT 2 Transkription, wobei das Feintranskript keinen normalen Lesefluss mehr zulässt.

Diese Transkriptionsregeln werden fast ausschließlich in den Sprachwissenschaften verwendet. In anderen Bereichen finden sie kaum Anwendung, da eine computergestützte Auswertung nur bedingt möglich ist.

Beispiel GAT2 Minimaltranskript

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Häufige Fragen 

Was sind Transkriptionen?

Transkriptionen sind Verschriftlichungen des gesprochenen Wortes. Transkription leitet sich von „transcribere“ (Latein) ab und bedeutet „umschreiben“.

Welche Transkriptionsregeln gibt es?

Die bekanntesten Transkriptionsregeln stammen von Dresing und Pehl (2018), Kuckartz (2016) und Bohnsack (19939. Außerdem gibt es das gesprächsanalytische Transkriptionssystem (GAT 2).

Was sind einfache Transkriptionsregeln?

Mit einfachen Transkriptionsregeln sind die inhaltlich semantischen Transkriptionsregeln nach Dresing und Pehl (2018) gemeint. Es wird wortwörtlich transkribiert. Zur besseren Lesbarkeit werden non-verbale Äußerungen, Fülllaute oder Wortabbrüche weggelassen.

Was sind erweiterte Transkriptionsregeln?

Mit erweiterten Transkriptionsregeln sind die erweiterten inhaltlich semantischen Transkriptionsregeln nach Dresing und Pehl (2018) gemeint. Dabei wird wortwörtlich transkribiert, inklusive allen sprachlichen Besonderheiten wie Stottern, Wortfindungshemmungen und non-verbale Sprache.